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Systolischer und diastolischer Blutdruck

Auch wenn wir immer von dem Blutdruck sprechen, geht es im Grunde immer um zwei Werte. Daher erwarten Sie hier Informationen zu:

  • Systole + Diastole
    • Wie arbeitet das Herz?
  • Was ist die Pulswelle?
    • Wie hilft die Pulswelle Systole und Diastole zu ermitteln?
      • Stichwort: Korotkoff-Geräusche
      • Auskultatorische Blutdruckmessung – (was ist das denn?)
  • u.v.m. …

Kurzinfo:

Systolischer Wert ist der maximale Blutdruck und der
diastolische Wert ist der minimale Blutdruck.

Zwei Werte für den Blutdruck?

Um diesem Phänomen auf den Zahn zu fühlen, schauen wir uns zu Beginn den Aufbau und die Funktionsweise unserer Blutpumpe (Herz) an.

Herzaktivität in 4 Phasen

Übersicht + Phase 1

schematische Übersicht der wichtigsten Bestandteile des Herzens

Phase 2

Das Blut fließt aus den Vorhöfen in die Herzkammern

Phase 3

Das Blut fließt nun ohne Zwischenspeicherung direkt in die Herzkammer durch

Phase 4

Der Herzmuskel kontrahiert und pumpt das Blut in den kleinen und großen Blutkreislauf

Bild 1

Das erste Bild zeigt den allgemeinen Aufbau des Herzens. Die Pfeile zeigen an wie das Blut in das Herz bzw. in die jeweiligen Vorhöfe fließt. Noch sind die Mitral- und die Trikuspidalklappe geschlossen, daher kann das Blut noch nicht in die Herzkammern vordringen.

 

Bild 2 und 3
Sobald sich die Klappen öffnen, beginnt das Blut in die Herzkammern zu fließen.
In der linken Herzkammer sammelt sich nun das sauerstoffreiche Blut welches für den großen Blutkreislauf bestimmt ist. In der rechten Herzkammer sammelt sich das Blut, welches in den kleinen Blutkreislauf gepumpt werden soll.

 

Bild 4
Der Herzmuskel kontrahiert und pumpt das sauerstoffreiche Blut (linke Herzkammer) in den großen Blutkreislauf und das Blut aus der rechten Herzkammer wird in den kleinen Blutkreislauf gepumpt um Sauerstoff aufzunehmen.

Pulswelle im Blutgefäß

Jede Kontraktion (Herzschlag) bedeutet also, dass das Herz Blut in die Aorta bzw. in die Arterien presst. Wie schnell das Herz arbeitet können wir feststellen wenn wir unseren Puls messen. Der Puls bzw die Pulswelle die wir z.B. am Hals oder Handgelenk messen ist demnach das Ergebnis eines Herzschlages.

Pulswelle im Blutgefäß

In dem Moment wo wir die Pulswelle fühlen ist der Druck an dieser Stelle am höchsten. Dieser maximale Druck ist der systolischer Blutdruck.

Das Blut fließt weiter und der Blutdruck fällt an der Stelle ab bis die nächste Pulswelle ankommt. Der Moment des geringsten Blutdrucks nennen wir diastolischer Blutdruck.

Auskultatorische Blutdruckmessung

Für die manuelle Bestimmung (auskultatorische Methode) des Blutdruckes wird eine Manschette um den Oberarm gelegt. Diese wird mit Luft befühlt, bis der Druck in der Manschette so groß ist, dass die Arterie im Arm abgedrückt wird.


Gleichzeitig wird mit einem Stethoskop die Arterie hinter der Manschette abgehört. Wenn der Blutfluss gestoppt ist, sind keine Geräusche mehr zu hören.


Im nächsten Schritt wird die Luft kontrolliert und langsam abgelassen. Wenn der Druck in der Manschette ausreichend tief gefallen ist, kann das Blut während der Druckphase (Systole) wieder fließen. Da der Druck der Manschette noch ausreichend hoch ist, um den Blutfluss bis zur nächsten Pulswelle zu blockieren, entstehen Verwirbelungen.


Diese Verwirbelungen erzeugen Geräusche, die sogenannten Korotkow-Geräusche.
Sobald diese Geräusche nicht mehr zu hören sind, kann das Blut wieder ungehindert durch die Arterie fließen und in diesem Moment kann der entsprechende Druck abgelesen und der diastolische Blutdruck bestimmt werden.

 

→ systolischer Wert: Der Druck bei dem ein Teil des Blutes wieder durch die Arterie strömt
→ diastolischer Wert: Der Druck bei dem das gesamte Blut wieder ungehindert durch die Arterie fließt.

Ablauf der Messung in kurz:

  1. Manschette anlegen
  2. Manschette aufpumpen bis Arterie blockiert ist
  3. Stethoskop unterhalb der Manschette auf die Arterie legen
  4. Luft langsam ablassen bis Geräusche in der Arterie entstehen. –> Systolischer Blutdruck
  5. Nun hören wir die Korotkow Geräusche (Geräusche der Verwirbelungen in der Arterie)
  6. Der Druck der Manschette ist so gering, dass die Verwirbelungen aufhören und die Geräusche verschwinden. –> diastolischer Blutdruck

Bildliche Darstellung der auskultatorische Blutdruckmessung

Systolischer und diastolischer Blutdruck & Korotkow-Geräusche

Verlauf der Korotkoff-Geräusche

Phase 1
Einsetzen eines scharfen Klopfgeräusches, dessen Intensität im Laufe der Phase zunimmt.


Phase 2
Das Klopfgeräusch der 1. Phase wird von einem zusätzlichen Murmelgeräusch begleitet.


Phase 3
Es sind wieder reine Klopfgeräusche zu hören, die nun besonders stark und scharf sind.


Phase 4
Plötzliche Änderung: Die Töne klingen gedämpft und leiser, es fehlt ihnen jetzt die typische Klopfqualität.


Phase 5
Die Geräusche verschwinden völlig.

Der Mitteldruck (MAD)

Der MAD oder auch der mittlere arterielle Blutdruck ist ein Wert der nicht dem exakten arithmetischem Mittel zwischen Systole und Diastole entspricht. Denn je weiter der Druck vom Herzen entfernt liegt, desto geringer ist der Druck. Berechnet wird der MAD wie folgt:

 

MAD = Diastolischer Druck + 1/3 (Systolischer Druck – Diastolischer Druck)

Die Blutdruckamplitude / Der Pulsdruck

Die Blutdruckamplitude ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck.
Nehmen wir unsere optimalen Werte als Grundlage ergibt sich folgende Rechnung:
(systolischer Wert) 120 – (diastolischer Wert) 80 = 40

Werte bis zu 65 mmHg gelten nach Herrn Dr. Siegfried Eckert als normal. Bis 75 spricht man von „leicht erhöht“. Bis 90 wird es „moderat“ genannt. Alles über 90 gilt als stark erhöhter Pulsdruck.

Ein hoher Pulsdruck kann unter Umständen, bedingt durch die großen Druckunterschiede, sogar relativ stabile Plaques lockern und ablösen. Die Gefahr die sich aus ablösenden Verstopfungen ergeben werden beim Thema Bluthochdruck intensiver beleuchtet. Charakteristisch ist eine hohe Blutdruckamplitude häufig einer fortgeschrittenen Arteriosklerose zuzuordnen. Möglicherweise auch einer Aortenklappeninsuffizenz (Herzfehler oder -degeneration mit Schlussunfähigkeit der Aortenklappen).

Oszillometrische Blutdruckmessung

Die moderne Alternative zu der auskultatorischen Methode (Blutdruckbestimmung mit dem Stethoskop) ist die Oszillometrische Blutdruckmessung.

 

Bei dieser Art der Messung werden elektronische Drucksensoren verwendet und der Blutdruck dann anhand eines Algorithmus berechnet. Für die Oszillometrische Blutdruckmessung gibt es Geräte die am Oberarm oder am Handgelenk angebracht werden.

 

Blutdruckmessgeräte

 

→ Die Messung mit diesen Geräten ist relativ bequem und für jeden sicher durchzuführen. Allerdings sind eine Punkte bei der „richtigen Blutdruckmessung“ zu beachten.

Ich bin beeindruckt von unserem Herzen, es ist unglaublich was es leistet. Diese kleine Pumpe ist verantwortlich dafür, dass unser gesamter Körper versorgt wird.
Falk hat Freude an den Erkenntnissen zum Blutdruck
Falk Stockhorst
Gesicht hinter der Idee